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arbeit plus – Soziale Unternehmen Vorarlberg: „Aus für Beschäftigungsprojekte tut allen weh“

Nach Schließungen von Postpartnerstellen der AQUA Mühle Vorarlberg und des Regionalmarkts „Tante Irma“ von Integra Vorarlberg ist nun auch das Aus für den carla-Einkaufspark Lustenau besiegelt.

 

In den vergangenen zwei Jahren hat das Arbeitsmarktservice nach Beschluss der Bundesregierung die Förderungen für die Mitgliedsbetriebe von arbeit plus – Soziale Unternehmen Vorarlberg um insgesamt 16 Prozent gekürzt. In Summe hat dies zu einem Budgetloch von rund einer Million Euro geführt.

 

Die Auswirkungen auf die Betriebe machen sich nun massiv bemerkbar: Durch die Kürzungen können allein bei carla im Vergleich zu 2017 jährlich insgesamt 15 Frauen weniger beschäftigt werden. Der carla-Einkaufspark Lustenau schließt Ende Oktober. Anfang dieses Jahres musste Integra Vorarlberg den Regionalmarkt „Tante Irma“ in Lauterach zusperren. Bereits 2018 stellte AQUA Mühle Vorarlberg den Betrieb von sieben Postpartnerstellen ein. Die Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte reduzierten ihr Angebotsportfolio.

 

Weitere Betriebe gefährdet

Das ist eine äußerst bedenkliche Entwicklung. „Mit dem Aus für die Betriebe verlieren zahlreiche Menschen die Aussicht auf einen fixen Job und eine echte Lebensperspektive. Sollten die Budgets weiterhin schrumpfen, stehen weitere wertvolle Beschäftigungsprojekte auf dem Spiel und sowohl Langzeitarbeitslose als auch feste MitarbeiterInnen müssen um ihre Jobs bangen“, warnt Hämmerle.

 

Die Geschäftsführerin ergänzt: „Da die Betriebe in Nischen tätig sind, fallen auch wichtige Leistungen weg.“ Die Unternehmen übernehmen Re-Use, Recycling, Haushaltshilfe für ältere Menschen, Fahrraddienstleistungen, Landschaftsreinigung, Spielplatzbau, Aufforstungsarbeiten, Archivierung, Tischlereiarbeiten, Mittagsverpflegung für Schüler und vieles mehr.

 

Nach dem Aus für den Standort Lustenau führt carla der Caritas Vorarlberg nunmehr vier Filialen in Bludenz (Bild), Feldkirch, Altach und Dornbirn. (Copyright: Mathis Fotografie)

 

Gesellschaftliche Fehlentwicklung

Die Förderkürzungen brachten zudem keine Einsparungen, ist sich Hämmerle sicher. „Wenn der Bund die Förderungen kürzt, steigen die Kosten für die Arbeitslosen- und Notstandshilfe.“ Sie sieht auch in gesellschaftlicher Hinsicht eine Fehlentwicklung: „Die Menschen bleiben ausgrenzt und armutsgefährdet. Ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben schwinden massiv.“

 

Im Dachverband arbeit plus – Soziale Unternehmen Vorarlberg sind die AQUA Mühle Vorarlberg, carla der Caritas Vorarlberg, die Dornbirner Jugendwerkstätten, Integra Vorarlberg und die Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte organisiert.