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Erfolgreiche Dornbirner Jugendwerkstätten so wichtig wie noch nie

Hohe Vermittlungsquote der Dornbirner Jugendwerkstätten bietet unverzichtbare Perspektive für Jugendliche als Hauptverlierer der CORONA-Krise.

 

Dornbirn. Die durch die CORONA-Pandemie verursachte Krise trifft Jugendliche generell mit voller Wucht. Hauptverlierer sind insbesondere junge Menschen aus schwachen sozio-ökonomischen Verhältnissen, welche auf spezielle Arbeits- und Bildungsangebote angewiesen sind. Eine hervorragende Perspektive bieten ihnen in dem Zusammenhang die Dornbirner Jugendwerkstätten (DJW). Sie vermitteln gemäß der Bilanz 2019 jeden zweiten langzeitarbeitslosen Jugendlichen in einen fixen Job oder weiterführenden Ausbildungsplatz. Zudem konnten während der CORONA-Krise alle DJW-Arbeitsverhältnisse gehalten werden.

 

„Die Dornbirner Jugendwerkstätten sind auch in diesen herausfordernden Zeiten für Jugendliche aus herausfordernden Verhältnissen da. Für sie haben wir den Betrieb trotz CORONA-Krise in Abstimmung mit den Fördergebern AMS und Land Vorarlberg sowie den Auftraggebern nach nur 4-wöchiger selbst verordneter Schließung wieder aufgenommen. Dadurch konnten alle Jugendliche sehr rasch wieder mit viel Freude und einer ausgezeichneten Perspektive an ihren Arbeitsplatz zurückkehren“, sagt DJW-Geschäftsführer Elmar Luger.

 

Die CORONA-Krise hat vor allem die Zielgruppe der DJW hart getroffen. Es sind Jugendliche mit schlechter Vorbildung oder mit Migrationshintergrund bzw. nicht-deutscher Muttersprache oder all dem zusammen. Zudem arbeiten Jüngere oft in prekären Arbeitsverhältnissen und werden nach dem Prinzip Last-In-First-Out selbst bei Fixanstellungen als Erste gekündigt. Die Folge sind oft Depressionen sowie mehr psychiatrische Diagnosen. Im April dieses Jahres hat sich die Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar verdoppelt.

 

DJW sind als Arbeitsprojekt mehr denn je unverzichtbar

 

„Jugendliche erhalten in den DJW das fachliche und soziale Handwerkzeug für einen gelungenen Einstieg ins Berufsleben“, sagt DJW-Obmann Gerald Mathis. Auf diese Art fanden 2019 50 Prozent der DJW-Jugendlichen einen Arbeits- oder weiterführenden Ausbildungsplatz. Im vergangenen Jahr sind 144 Jugendliche (2018: 122), von 64 Mädchen (2018: 70 Mädchen) neu in die DJW eingetreten. Mit Stichtag 27. Mai 2020 beschäftigen die DJW 31 Jugendliche in einem sozialversicherungsrechtlichen Arbeitsverhältnis, das maximal sechs Monate dauert.

 

Seit 2019 werden den DJW zu den Jugendlichen aus dem Bezirk Dornbirn junge Menschen aus den Bezirken Bregenz und Feldkirch zugewiesen. Den Langzeitarbeitslosen wird neben einer sinnvollen Beschäftigung umfangreiche Sozialbetreuung, Mitsprache, individuelle Bildung, betriebliche Gesundheitsförderung und Vermittlungsunterstützung geboten. Die DJW sind mit vielen Institutionen verbunden, unter anderen mit den Städten Dornbirn und Hohenems, der Marktgemeinde Lustenau, dem Land Vorarlberg und dem Arbeitsmarktservice AMS. Etwa 400 Auftraggeber vertrauen auf Leistungen der DJW.

 

Bildunterschriften bzw. Zitate von erfolgreich vermittelten DJW-Jugendlichen:

 

„Während der CORONA-Zeit daheim zu sein, war anfangs okay, nach fünf Tagen war es aber so ohne Freunde und Verwandte eher langweilig. Das AMS und die Jugendwerkstätten haben sich sehr darum gekümmert, dass ich mein ganzes Geld bekomme. Das war sehr wichtig. Ich habe mich richtig gefreut, dass ich dann Anfang Mai wieder beginnen durfte, in den Jugendwerkstätten zu arbeiten. Hier haben wir ein gutes Umfeld, Abwechslung und eine gute Betreuung.“

Merve, 23

 

„Ich war mit meiner Freundin allein zu Hause. Zuerst war die Schließung der Jugendwerkstätten ganz okay, später dann haben sie mir gefehlt. So habe ich mich sehr gefreut, dass ich am 20. April wieder arbeiten durfte. Alle halten sich hier an Hygiene, Maske und Abstand. Das Arbeitsklima ist echt toll. Gut, dass ich keine Einkommensverluste wie andere hatte. Das Leben in Dornbirn war sehr einsam, man durfte ja niemanden treffen. Die Angst in der Bevölkerung vor Corona war sehr spürbar. Jetzt freue ich mich mit meiner Freundin auf das Baby im Juli.“

Marc, 25

 

„Da ich wegen meiner eingeschränkten Lungenfunktion zur Risikogruppe gehöre, hatte ich doch Angst, falls ich CORONA bekomme. Weil man ja nicht weiß, was dann passiert. Ich bin aber gesund geblieben. Während der CORONA-Zeit habe ich die Jugendwerkstätten vermisst. Die Arbeit ist doch wichtig und Freunde trifft man auch. Ich war jedenfalls sehr froh, am 20. April wieder arbeiten zu dürfen. Nur allein sein daheim ist mit der Zeit doch sehr langweilig.

David, 21

 

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Daten & Fakten

 

DJW-Bilanz 2019:

  • Mit Stichtag 27.05.20 sind 31 Jugendliche, davon 14 Burschen 17 Mädchen, in einem sozialversicherungsrechtlichen Arbeitsverhältnis. Knapp die Hälfte der Jugendlichen hat einen Migrationshintergrund, davon wiederum haben aber ca. 80 % die österr. Staatsbürgerschaft.
  • Im Jahr 2019 sind 144 Jugendliche (2018: 122), davon 64 Mädchen (2018: 70 Mädchen) und 80 Burschen (2018: 52 Burschen) in die Jugendwerkstätten neu eingetreten. Davon wurden 29 Mädchen (2018 ebenfalls) und 25 Burschen (2018: 23) in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis übernommen, welches max. 6 Monate dauert (in Ausnahmefällen kann um eine Verlängerung angesucht werden). Ein Wiedereintritt ist möglich.
  • Mitbestimmung! Jugendliche bringen sich regelmäßig mit Ideen und Verbesserungsvorschläge in den betrieblichen Alltag ein…
  • Zufriedenheit bei Jugendlichen liegt weiter auf hohem Niveau: Die regelmäßige Mitarbeiterzufriedenheitsbefragung zeigt konstant hohe Ergebnisse.
  • Ca. 400 Auftraggeber aus Wirtschaft, öffentlichen Institutionen und Privaten Haushalten unterstützen uns wesentlich. Die Stadt Dornbirn ist nach wie vor der größte Auftraggeber. Darüber hinaus stellt uns die Stadt Dornbirn wichtige infrastrukturelle Maßnahmen zur Verfügung (Telefonie, Internet, Handy, …).
  • Regelmäßig betriebsinterne Schulungen zu den Bereichen Sport, Bewegung, „Sozialkompetenz“, „Schulden- und Drogenprävention“, „Abfallmanagement“ und „Gesunde Ernährung“ angeboten. Für das Stammpersonal gibt es verschiedene Lehrgänge, z.B. „Interkulturelle Kompetenz bzw. Psychiatrischer Grundlehrgang

 

Auszeichnungen und Zertifikate:

  • Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung (zum 3. Mal)
  • Gütesiegel für Soziale Unternehmen
  • SALVUS GOLD – Gesundheitsgütesiegel Vorarlberg (zum 4. Mal)
  • ÖKOPROFIT-Zertifikat (zum 16. Mal)
  • Österreichischer Preis für betriebliche Gesundheitsförderung, Kategorie Kleinbetriebe

 

Fördergeber und Partner:

AMS Vorarlberg, AMS Dornbirn, ESF, Land Vorarlberg, Stadt Dornbirn

 

Vorstand DJW:

Obmann Prof. Dr. Gerald Mathis, Dr. Karoline Rümmele, DI Fritz Studer, Geschäftsführer Elmar Luger, MSc

 

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Pressekontakt und Adresse:

Elmar Luger, Geschäftsführer DJW

6850 Dornbirn, Bildgasse 18

Tel.: +43 676 833064400

Mail: elmar.luger@dornbirn.at

Internet: www.sozialeunternehmen-vorarlberg.at/unternehmen/dornbirner-jugendwerkstaetten