Perspektivenwechsel für AMS-Landesdirektorium
Soziale Unternehmen als wirtschaftlicher und sozialer Hebel
Am 29. Mai luden arbeit plus Vorarlberg und das AMS Vorarlberg die Mitglieder des AMS-Landesdirektoriums zu einem intensiven Austausch und Lokalaugenschein ein. Im Fokus standen tiefe Einblicke in die Praxis der Sozialen Unternehmen, die weit über Beschäftigungskennzahlen hinausgingen.
Der Besuch führte zu den Standorten der Dornbirner Jugendwerkstätten (DJW), zu den Kaplan Bonetti Arbeitsprojekten und zu AQUA Mühle. Ziel war es, den Mitgliedern des Landesdirektoriums die Wirkungsweise von Maßnahmen wie SÖB (Sozialökonomische Betriebe), GBP (Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte) und BASIC näherzubringen.
Arbeit als „sensationelles Produkt“
Kernbotschaft des Tages war die Rolle Sozialer Unternehmen als unverzichtbarer Teil des Wirtschaftsstandortes Vorarlberg. Sie bieten ein „sensationelles Produkt“: Arbeit. Indem sie Menschen Struktur, Halt und Beschäftigung bieten, leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum gesellschaftlichen Frieden und zur Reduktion von Sozialkosten. Jeder Mensch, der durch diese arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zurück in den Erwerbsprozess findet, stärkt die regionale Kaufkraft und entlastet das Budget durch Steuern und Abgaben.
Stimmen aus der Praxis
Die Rückmeldungen der Teilnehmer unterstrichen die Relevanz dieser Arbeit:
- Simon Kampl (Industriellenvereinigung Vorarlberg) zeigte sich positiv überrascht von der Freude, mit der die Menschen in den Projekten arbeiten: „Soziale Unternehmen können Menschen Perspektiven geben. Jeder Arbeitsmarkterfolg ist auch eine persönliche Erfolgsgeschichte“.
- Julian Fässler (Wirtschaftskammer Vorarlberg) hob das „Herzblut“ in den Projekten hervor und betonte das große Interesse daran, dass diese Strukturen bestehen bleiben.
- Bernhard Bereuter (AMS Vorarlberg) bekräftigte, dass Soziale Unternehmen vollwertige Wirtschaftsbetriebe sind und einen wichtigen Teil zur Wirtschaftsleistung beitragen. Das persönliche Kennenlernen der arbeitsuchenden Personen hebt das Potential in der Vermittlung und ist für Personalsuchende eine wertvolle Entscheidungshilfe für den Arbeitsmarkterfolg.
Herausforderungen und Forderungen
Auch über Hürden wurde gesprochen. Dominic Götz (Arbeiterkammer Vorarlberg) warnte vor der weiterhin steigenden Langzeitbeschäftigungslosigkeit und den gesellschaftlichen Auswirkungen. Die Budgetknappheit in Kombination mit der Inflation führt dazu, dass immer weniger Menschen von den arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen profitieren können.
Damit Soziale Unternehmen auch künftig nachhaltig wirken können, braucht es:
- Längere Verweildauern für Teilnehmende, um eine stabile Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen.
- Längere Vertragslaufzeiten, die den Betrieben Planungssicherheit für Investitionen und die Entwicklung neuer Arbeitsfelder geben.
- Eine gesicherte Auftragslage, um die Beschäftigung dauerhaft finanzieren zu können.
Gemeinsam in die Zukunft
Das Treffen endete mit der klaren Vereinbarung, den Austausch fortzusetzen. Besonders die Vernetzung mit der Wirtschaftskammer soll weiter intensiviert werden, um noch bessere Übergänge für die Teilnehmenden in die Vorarlberger Wirtschaft zu schaffen.
arbeit plus Vorarlberg bedankt sich bei allen Beteiligten für den wertschätzenden Austausch und das große Interesse an der wertvollen Arbeit der Mitgliedsbetriebe!






